Rettet den Kombinierten Verkehr – die Branche muss jetzt gemeinsam handeln

27.06.2026 10:52
#1 Rettet den Kombinierten Verkehr – die Branche muss jetzt gemeinsam handeln
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Arndt

Rettet den Kombinierten Verkehr – die Branche muss jetzt gemeinsam handeln



Der Kombinierte Verkehr steht zunehmend unter Druck. Marode Schienenwege, zahlreiche Baustellen, unzuverlässige Transportabläufe, ungeeignete Umleitungsstrecken und steigende Kosten gefährden immer mehr Verbindungen zwischen Straße und Schiene.

Die Initiative „Rettet den Kombinierten Verkehr“ warnt deshalb vor einer massiven Rückverlagerung von Transporten auf die Straße. Nach Einschätzung der beteiligten Unternehmen und Verbände könnte die verfügbare Schienengüterverkehrskapazität infolge der geplanten Korridorsanierungen zeitweise um 20 bis 30 Prozent zurückgehen.

Allein auf den großen alpenquerenden Verbindungen durch Österreich und die Schweiz könnten dadurch rund 500.000 zusätzliche Lkw-Sendungen auf die Straße verlagert werden.

Die Straße ist bereits heute überlastet



Das deutsche Straßengüterverkehrssystem arbeitet schon jetzt vielfach an seiner Belastungsgrenze. Sanierungsbedürftige Autobahnen und Brücken, Dauerbaustellen, Staus, fehlende Lkw-Parkplätze sowie der Fahrer- und Personalmangel bestimmen den Alltag vieler Transportunternehmen.

Wenn nun zusätzlich große Transportmengen von der Schiene auf die Straße zurückkehren, verschärft sich die Situation weiter. Die Folgen wären noch mehr Staus, ein höherer Verschleiß der Infrastruktur, steigende Emissionen und eine zusätzliche Belastung für Fahrer, Unternehmen und Bevölkerung.

Straße und Schiene dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein funktionierender Kombinierter Verkehr verbindet die Stärken beider Verkehrsträger: die Bahn für die lange Strecke und den Lkw für den flexiblen Vor- und Nachlauf.

1.301 Unterschriften reichen nicht aus



Die inzwischen beendete Petition zur Rettung des Kombinierten Verkehrs erreichte lediglich 1.301 Unterschriften.

So wichtig jede einzelne Unterschrift auch ist: Mit 1.301 Unterstützern lässt sich der Kombinierte Verkehr nicht retten. Das Ergebnis zeigt vielmehr, dass es der Branche bislang nicht ausreichend gelungen ist, Unternehmen, Beschäftigte und Öffentlichkeit für die wirtschaftliche Bedeutung des Themas zu mobilisieren.

Die Verantwortung darf jedoch nicht bei einer abgelaufenen Petition enden. Gerade jetzt müssen Verlader, Speditionen, Transportunternehmen, Bahnoperateure, Terminalbetreiber und Verbände geschlossen auftreten.

Die Forderungen müssen in der Politik ankommen



Die Initiative fordert unter anderem:

  • stabile Trassenpreise für den Schienengüterverkehr,
  • eine Kapazitätsgarantie bei Korridorsanierungen,
  • leistungsfähige und für Güterzüge geeignete Umleitungsstrecken,
  • eine marktgerechte Vergabe knapper Zugtrassen,
  • einen finanziellen Ausgleich bei erheblichen betrieblichen Erschwernissen,
  • die Aussetzung von Stornierungsentgelten bei unzureichender Netzqualität.


Diese Forderungen müssen der Politik klar, geschlossen und mit Nachdruck vermittelt werden. Die Branche darf nicht warten, bis weitere Verbindungen eingestellt und Transporte dauerhaft auf die Straße verlagert wurden.

Wer einmal neue Lkw beschafft, zusätzliches Personal eingestellt und seine Logistikketten vollständig auf die Straße umgestellt hat, kehrt nicht ohne Weiteres auf die Schiene zurück.

Das Forum-Transportunternehmer unterstützt deshalb den Appell „Rettet den Kombinierten Verkehr“.

Nicht als Kampf der Schiene gegen den Lkw, sondern als gemeinsames Eintreten für ein leistungsfähiges Verkehrssystem. Deutschland braucht eine funktionierende Straße und eine funktionierende Schiene.

Die Branche muss zusammenstehen, gemeinsame Ziele formulieren und der Politik unmissverständlich klarmachen:

Eine weitere Rückverlagerung von der Schiene auf die Straße kann und darf sich Deutschland nicht leisten.

Offenen Brief „Rettet den Kombinierten Verkehr“ lesen

Gruß vom Arndt


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06.07.2026 16:43
#2 RE: Rettet den Kombinierten Verkehr – die Branche muss jetzt gemeinsam handeln
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Neueinsteiger

Der Kombinierte Verkehr ist ein starkes System.

Aber nur dann, wenn er zuverlässig funktioniert.

In der Theorie verbindet er das Beste aus zwei Welten: die Schiene für die lange Strecke, den Lkw für den flexiblen Vor- und Nachlauf. Genau so kann Verkehr effizienter, ressourcenschonender und planbarer organisiert werden.

In der Praxis erleben viele Unternehmen derzeit aber etwas anderes.

Die Schieneninfrastruktur ist nicht nur sanierungsbedürftig, sondern vielerorts längst über ihrer Kapazitätsgrenze. Baustellen, Umleitungen, fehlende Reserven im Netz, verspätete Züge und gestörte Abläufe machen den Kombinierten Verkehr für viele Transportketten schwer kalkulierbar.

Für die Logistik ist das ein zentrales Problem.

Denn am Ende zählt nicht die Absicht, sondern die Zustellung.

Wenn ein Zug verspätet ist, ein Slot im Terminal verpasst wird oder der Nachlauf nicht mehr disponierbar ist, steht nicht nur ein Container irgendwo im System. Dann steht eine Lieferkette. Dann drohen Produktionsstillstände, Vertragsstrafen, Pönalen, Kundenreklamationen und der Verlust von Vertrauen.

Deshalb werden zeitkritische Sendungen mit Zustellgarantie häufig nicht über den Kombinierten Verkehr abgewickelt.

Nicht, weil Verlader oder Speditionen die Schiene grundsätzlich ablehnen.

Sondern weil sie sich auf die tatsächliche Leistung verlassen müssen.

Ein System, das politisch gewollt ist, muss operativ belastbar sein. Es reicht nicht, Transporte auf die Schiene verlagern zu wollen, wenn die Infrastruktur die dafür notwendige Qualität nicht liefert.

Der Kombinierte Verkehr kann ein hervorragendes Instrument sein.

Aber er braucht Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, ausreichende Kapazität, funktionierende Terminals, geeignete Umleitungsstrecken und klare Verantwortlichkeiten bei Störungen.

Solange Unternehmen das Risiko tragen, wenn das System nicht funktioniert, werden sie bei kritischen Sendungen auf den Verkehrsträger setzen, den sie am besten steuern können.

Und das ist in vielen Fällen weiterhin die Straße.

Wer den Kombinierten Verkehr retten will, muss deshalb nicht nur mehr Kapazität fordern.

Er muss Verlässlichkeit liefern.

Grüße
Gemüseschubser


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