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IAA Transportation 2026: Diese Lkw-Neuheiten bringen die Hersteller nach Hannover

08.08.2026 21:06 (zuletzt bearbeitet: 14.08.2026 23:37)
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#1 IAA Transportation 2026: Diese Lkw-Neuheiten bringen die Hersteller nach Hannover
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IAA Transportation 2026: Diese Lkw-Neuheiten bringen die Hersteller nach Hannover


Die IAA Transportation steht vor der Tür: Vom 15. bis 20. September 2026 trifft sich die internationale Nutzfahrzeug-, Transport- und Logistikbranche auf dem Messegelände in Hannover. Der Pressetag findet bereits am 14. September statt.

Bereits mehrere Wochen vor Messebeginn haben einige der großen Hersteller ihre wichtigsten Neuheiten angekündigt. Dabei zeigt sich: Die IAA 2026 wird keineswegs nur eine Ausstellung für Elektrofahrzeuge. Neben batterieelektrischen Fernverkehrs-Lkw spielen auch neue Dieselmotoren, Wasserstoffantriebe, Sicherheitsassistenten, digitale Dienste und die Ladeinfrastruktur eine wichtige Rolle.

Mercedes-Benz Trucks: Lowliner, Wasserstoff und neue Sicherheitssysteme



Mercedes-Benz Trucks stellt den neuen eActros Lowliner in den Mittelpunkt seines Messeauftritts. Die besonders niedrige Sattelzugmaschine wurde für Volumentransporte mit Mega-Trailern und einer Innenhöhe von drei Metern entwickelt.

Angeboten werden zwei Varianten:

  • eActros 400 Lowliner mit rund 414 kWh Batteriekapazität und höherer Nutzlast
  • eActros 600 Lowliner mit rund 621 kWh und bis zu 500 Kilometern Reichweite


Serienmäßig kann mit bis zu 400 kW über CCS geladen werden. Optional soll auch das Megawatt Charging System verfügbar sein. Bestellungen sollen ab dem dritten Quartal 2026 möglich sein, die Produktion in Wörth beginnt voraussichtlich im zweiten Quartal 2027.

Ein weiteres Highlight ist der Mercedes-Benz NextGenH2 Truck. Der Brennstoffzellen-Lkw nutzt weiterhin tiefkalten Flüssigwasserstoff und soll mit einer Tankfüllung deutlich mehr als 1.000 Kilometer zurücklegen können.

Ab Ende 2026 ist eine Kleinserie von rund 100 Fahrzeugen für ausgewählte Kunden geplant. Als erster Logistikdienstleister soll Dachser den NextGenH2 Truck im regulären Fernverkehr einsetzen.

Außerdem kündigt Mercedes-Benz Trucks zwei neue Sicherheitsfunktionen für Kreuzungs- und Abbiegesituationen an. Ergänzend soll es einen Ausblick auf weitere Verbesserungen beim klassischen Dieselantrieb geben.

Für Aufmerksamkeit dürfte auch die geplante Weltumrundung des „Elektrotruckers“ Tobias Wagner sorgen. Er möchte direkt von der IAA aus mit einem eActros 600 zu einer rund 45.000 Kilometer langen Reise durch mehr als 35 Länder starten.

MAN: Erstmals komplette Elektro-Lkw-Familie von 12 bis 50 Tonnen



MAN zeigt erstmals seine gesamte Elektro-Lkw-Palette gemeinsam auf einer Messe:

  • MAN eTGL
  • MAN eTGM
  • MAN eTGS
  • MAN eTGX


Damit deckt MAN künftig Gewichtsklassen von 12 bis 50 Tonnen ab – vom städtischen Verteilerverkehr über kommunale und baunahe Anwendungen bis zum schweren Fernverkehr.

Für den eTGX nennt MAN eine Reichweite von bis zu 570 Kilometern ohne Zwischenladung. Die Batterien sind modular aufgebaut, sodass Reichweite, Nutzlast und Fahrzeugkonfiguration an den jeweiligen Einsatz angepasst werden können.

Doch auch beim Diesel wird weiterentwickelt. Der neue D30-PowerLion-Antriebsstrang soll gegenüber dem Vorgänger bis zu fünf Prozent Kraftstoff einsparen.

Hinzu kommt die weiterentwickelte, GPS-gestützte Geschwindigkeitsregelung MAN EfficientCruise mit PredictiveDrive. Je nach Fahrzeug und Einsatzprofil sollen damit Einsparungen von bis zu 5,5 Prozent möglich sein. In anspruchsvoller Topografie spricht MAN sogar von bis zu neun Prozent.

Bei der Sicherheit zeigt MAN unter anderem:

  • eine neue Generation des Notbremsassistenten EBA Advanced
  • ein Fahrerüberwachungssystem gegen Ablenkung und Müdigkeit
  • erweiterte Funktionen zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern
  • neue Totwinkelüberwachung
  • eine günstigere Einstiegsversion des Kameraspiegelsystems MAN OptiView


Darüber hinaus präsentiert MAN Lösungen für intelligentes und bidirektionales Laden. Dabei kann ein Elektro-Lkw künftig nicht nur Strom aufnehmen, sondern Energie beispielsweise an ein Betriebsgelände, ein anderes Fahrzeug oder perspektivisch an das öffentliche Stromnetz zurückgeben.

Volvo Trucks: 700 Kilometer elektrisch und Wasserstoff-Verbrenner zum Probefahren



Volvo Trucks fährt mit einem besonders umfangreichen Programm nach Hannover. Acht Fahrzeuge werden am Stand gezeigt, weitere sieben sollen für Testfahrten zur Verfügung stehen.

Im Mittelpunkt steht der neue Volvo FH Aero Electric mit verlängerter Reichweite. Nach Angaben des Herstellers sind damit bis zu 700 Kilometer möglich. Messebesucher sollen das Fahrzeug direkt in Hannover ausprobieren können.

Gezeigt werden unter anderem:

  • Volvo FH Aero Electric mit verlängerter Reichweite
  • Volvo FH Aero mit Dieselantrieb
  • Volvo FH Aero Gas
  • Volvo FH16 Aero
  • Volvo FH Electric
  • Volvo FM Electric
  • Volvo FL Electric


Daneben bringt Volvo einen FH Aero mit einem neuen, effizienteren D13-Dieselmotor nach Hannover. Eine weitere Besonderheit ist ein Versuchsfahrzeug mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Auch dieser Lkw soll für Testfahrten bereitstehen. Die Markteinführung eines entsprechenden Serienfahrzeugs ist laut Volvo noch vor 2030 vorgesehen.

Volvo setzt damit bewusst auf mehrere Wege gleichzeitig: Batterie, Gas, effizienter Diesel und Wasserstoff.

Renault Trucks: Weltpremiere des T High 2027 und 660 Kilometer Reichweite



Nach einer Pause kehrt Renault Trucks mit einem eigenen großen Messestand zur IAA Transportation zurück.

Die wichtigste Premiere ist der Renault Trucks T High des Modelljahres 2027 mit dem neuen DE13-R-Dieselmotor.

Der Motor wird mit bis zu 540 PS und 2.800 Nm angeboten. Gemeinsam mit einem überarbeiteten Optidriver-Getriebe sollen schnellere und weichere Schaltvorgänge möglich sein. Gleichzeitig verspricht Renault Trucks gegenüber der bisherigen Generation einen um bis zu vier Prozent reduzierten Kraftstoffverbrauch und entsprechend niedrigere CO₂-Emissionen.

Das zweite große Thema ist der neue Renault Trucks E-Tech T 780. Der Elektro-Lkw für den Fernverkehr soll eine Reichweite von bis zu 660 Kilometern erreichen.

Ermöglicht wird dies durch eine neue Fahrzeugarchitektur mit elektrischer Achse. Da wichtige Antriebskomponenten direkt an der Hinterachse untergebracht werden, entsteht am Rahmen zusätzlicher Platz für Batterien.

Außerdem zeigt Renault Trucks:

  • E-Tech T 540 mit bis zu 450 Kilometern Reichweite
  • E-Tech D 14T für den innerstädtischen Verteilerverkehr
  • E-Tech Master Offroad für leichte Baueinsätze
  • einen neuen, von Flexis entwickelten Elektrotransporter


Der kompakte E-Tech D 14T soll mit einem Wenderadius von weniger als 7,3 Metern besonders für enge Innenstädte geeignet sein. Der neue Flexis-Transporter basiert auf einer eigenständigen Elektroplattform und ist als Software Defined Vehicle ausgelegt.

DAF: Große Elektro-Fahrerhäuser für den Fernverkehr



DAF hat seine Teilnahme an der IAA bestätigt, das vollständige Messeprogramm aber noch nicht veröffentlicht. Als wichtigste aktuelle Modellneuheiten gelten der DAF XG Electric und der XG+ Electric.

Die beiden Elektro-Lkw verbinden den batterieelektrischen Antrieb mit den besonders großen Fernverkehrsfahrerhäusern von DAF. Sie werden von einem PACCAR-EX-D2-Elektroantrieb mit 270 bis 350 kW beziehungsweise 370 bis 480 PS angetrieben.

Je nach Einsatz können drei bis fünf LFP-Batteriepakete montiert werden. Mit der größten Batterieausstattung nennt DAF eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern. Durch Zwischenladen sollen im optimal geplanten Tagesbetrieb mehr als 1.000 Kilometer möglich sein.

Die kleineren XD Electric und XF Electric wurden bereits zum „International Truck of the Year 2026“ gewählt. Ob DAF für Hannover darüber hinaus noch eine Überraschung zurückhält, bleibt abzuwarten.

Scania hält sich noch bedeckt



Scania hat seine Teilnahme in Halle 12 bestätigt und kündigt Testfahrten, Expertengespräche und ein umfangreiches Messeprogramm an. Konkrete Angaben zu möglichen Weltpremieren oder neuen Fahrzeugmodellen hat der Hersteller bislang jedoch noch nicht veröffentlicht.

Es ist daher durchaus denkbar, dass Scania einen Teil seiner Neuheiten erst kurz vor dem Pressetag bekannt gibt. Gerade bei Batterie-Lkw, Ladeangeboten, Biogas- und HVO-Lösungen dürfte der Hersteller erneut ein breites Technologieangebot präsentieren.

Kia bringt die komplette PV5-Transporterfamilie



Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen gibt es interessante Neuheiten. Kia zeigt in Hannover erstmals seine gesamte vollelektrische PV5-Familie.

Dazu gehören:

  • PV5 Cargo L1H1
  • PV5 Cargo L2H2
  • PV5 Chassis Cab
  • PV5 Passenger
  • PV5 WAV für die Beförderung von Rollstuhlfahrern
  • PV5 Foodtruck


Die Modelle basieren auf der speziell für Nutzfahrzeuge entwickelten Plattform E-GMP.S. Je nach Ausführung sind Batterien zwischen 43,3 und 71,2 kWh sowie Reichweiten von bis zu 392 Kilometern vorgesehen.

Weitere Hersteller haben ihre Premieren noch nicht verraten



Neben den bereits genannten Unternehmen haben unter anderem BYD, Dongfeng, Ford, Ford Trucks, MAXUS, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Mercedes-Benz Vans ihre Teilnahme bestätigt.

Renault Trucks und Mercedes-Benz Vans kehren 2026 mit eigenen Messeauftritten zurück. Auch zahlreiche Trailer- und Aufbauhersteller wie Fliegl, Kässbohrer, Kögel, Krone, Meiller und Schmitz Cargobull werden vertreten sein.

Bei mehreren dieser Unternehmen fehlen bislang jedoch noch konkrete Angaben zu den geplanten Messepremieren. Erfahrungsgemäß dürften weitere Neuheiten erst Ende August oder unmittelbar vor dem Pressetag vorgestellt werden.

Fazit: Die Branche setzt nicht alles auf eine Karte



Die bisher bekannten Neuheiten zeigen, dass die Hersteller inzwischen deutlich praxisorientierter auftreten.

Batterieelektrische Lkw erreichen je nach Hersteller inzwischen angekündigte Reichweiten zwischen rund 500 und 700 Kilometern. Gleichzeitig verschwinden Diesel und andere Verbrennungstechnologien nicht von der Messe. MAN und Renault Trucks präsentieren neue Dieselmotoren, Volvo arbeitet am Wasserstoff-Verbrennungsmotor und Mercedes-Benz treibt weiterhin die Brennstoffzelle mit Flüssigwasserstoff voran.

Für Transportunternehmer wird deshalb weniger die Frage interessant sein, welcher Antrieb theoretisch die besten Werte erreicht. Entscheidend wird sein, welche Fahrzeuge tatsächlich lieferbar sind, welche Nutzlast verbleibt, wie schnell geladen oder getankt werden kann und ob sich die Gesamtkosten im täglichen Betrieb rechnen.

Die IAA Transportation 2026 dürfte damit weniger eine Zukunftsshow als vielmehr ein großer Praxistest für die unterschiedlichen Antriebskonzepte werden.

Stand der Informationen: 6. August 2026. Weitere Herstellerankündigungen werden bis zum Pressetag am 14. September erwartet.


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09.08.2026 22:38
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#2 Auch bei Aufliegern, Aufbauten und Achsen gibt es zahlreiche Neuheiten
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Admin

Auch bei Aufliegern, Aufbauten und Achsen gibt es zahlreiche Neuheiten


Nicht nur die Lkw-Hersteller fahren mit neuen Fahrzeugen nach Hannover. Auch Trailer-, Aufbau- und Komponentenhersteller haben teilweise umfangreiche Messeprogramme angekündigt. Dabei stehen Leichtbau, Elektrifizierung, Nutzlast, Kühlung, digitale Überwachung und geringere Betriebskosten im Mittelpunkt.

Schmitz Cargobull: Ein regelrechtes Premierenfeuerwerk


Schmitz Cargobull hat bislang eines der umfangreichsten Programme aller Trailerhersteller angekündigt. Für den temperaturgeführten Transport wird der Kühlsattelauflieger S.KO COOL mit der neuen Transportkältemaschine S.CU dc90 gezeigt.

Hinzu kommt die neue Multi-Temp-Lösung S.CU mt-DualEvap. Sie soll unterschiedliche Temperaturzonen innerhalb eines Kühlaufliegers zuverlässiger und effizienter versorgen.

Auch bei den Trockenfrachtfahrzeugen gibt es mehrere Neuheiten:

  • S.BO MULTI als besonders flexibel einsetzbarer Trockenfrachtauflieger
  • S.BO PACE+ mit der neuen FERROSTRUKT-Technologie für die Paketlogistik
  • S.CF ALLROUND 20–45 für den flexiblen Containertransport
  • S.BO CITY und S.CS CITY für den innerstädtischen Verteilerverkehr
  • S.KO CITY mit moderner Multi-Temp-Technologie für die Lebensmittelverteilung


Gemeinsam mit Berger Fahrzeugtechnik zeigt Schmitz Cargobull außerdem den PerformanceEco LTOe. Der gewichtsoptimierte Curtainsider wurde speziell für den Einsatz hinter schweren elektrischen Zugmaschinen entwickelt.

Daneben werden eine neue Generation von Leichtbautrailern, der besonders robuste S.CS MEGA X-TOUGH sowie eine neue Aluminium-Kastenmulde für den S.KI LIGHT vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung. Mit dem Cargobull Operating System, der neuen Software Cargobull Trailer Diagnostics und dem überarbeiteten Kundenportal MyCargobull sollen Fahrzeugdaten, Wartung, Diagnose und Flottensteuerung stärker miteinander verbunden werden.

Kögel: Spezialauflieger für schwere Elektro-Zugmaschinen


Kögel hat eine neue Variante des Light Plus entwickelt, die speziell auf die Gewichtsverteilung elektrischer Zugmaschinen abgestimmt ist.

Dafür wurde der Abstand zwischen dem Königszapfen und der ersten Trailerachse um 30 Zentimeter verkürzt. Dadurch soll die Belastung der Antriebsachse der Zugmaschine im Vergleich zu einem herkömmlichen Planenauflieger um bis zu zwei Tonnen sinken.

Abhängig von der verwendeten Elektro-Zugmaschine sollen Transportunternehmen dadurch bis zu vier Tonnen zusätzliche Nutzlast gegenüber einer ungünstig kombinierten Standardlösung gewinnen können. Mit einer dynamischen Radstandregelung könnte nach Angaben des Herstellers nochmals etwa eine Tonne hinzukommen.

Gerade für Elektro-Lkw ist diese Entwicklung interessant. Die schweren Batterien führen häufig dazu, dass nicht das zulässige Gesamtgewicht, sondern die technisch zulässige Antriebsachslast zum begrenzenden Faktor wird.

KRONE bündelt erstmals seine gesamte Nutzfahrzeuggruppe


KRONE tritt unter dem Motto „Built as one“ erstmals gemeinsam mit Knapen, Schwarzmüller, Hüffermann, Trailer Dynamics und dem Achshersteller Gigant auf.

Trailer Dynamics bringt dabei seine Technologie für elektrisch angetriebene und die Zugmaschine unterstützende Auflieger in den Gruppenauftritt ein. Konkrete technische Details zu möglichen neuen eTrailer-Versionen hält KRONE derzeit allerdings noch zurück.

Auf dem Außengelände sollen insgesamt zwölf Fahrzeuge aus dem Markenverbund stehen. Genannt wurden unter anderem:

  • ein KRONE Cool Liner
  • ein Schwarzmüller-Kipper
  • ein Hüffermann-Schlitten-Carrier
  • weitere Fahrzeuge von Knapen und KRONE


Der zur Gruppe gehörende Achshersteller Gigant zeigt außerdem drei Achsmodelle: eine KRONE-Achse, eine 7-Tonnen-Trommelbremsachse und eine 10,5-Tonnen-Trommelbremsachse.

Die vollständigen Produktneuheiten hat KRONE noch nicht veröffentlicht. Weitere Ankündigungen dürften deshalb kurz vor dem Pressetag folgen.

Fliegl: Neuer Allrounder für Wechselbrücken


Fliegl zeigt mit dem TWP 180 Maxi-L einen neuen Tandem-Wechselpritschenanhänger.

Das Fahrzeug kann Wechselbehälter mit 7,15, 7,45 und 7,82 Metern Länge aufnehmen. Vier Verriegelungen, abnehmbare Führungsrollen und spezielle Wechselbrückeneinweiser sollen das Unterfahren und Aufnehmen der Behälter erleichtern.

Fliegl nennt ein Leergewicht ab etwa 3.250 Kilogramm und eine Nutzlast von ungefähr 14.750 Kilogramm.

Weitere Ausstattungsmerkmale sind:

  • Hubbereich von 1.030 bis 1.410 Millimetern
  • 208-Liter-Luftvorrat für bis zu fünf Hebevorgänge
  • SAF-Scheibenbremsachsen
  • umfangreiche LED-Beleuchtung
  • vier LED-Arbeitsscheinwerfer
  • zehn Jahre Gewährleistung gegen Durchrostung


Der Anhänger ist weniger eine spektakuläre Zukunftsstudie als vielmehr eine durchdachte Lösung für den täglichen Wechselbrückenverkehr.

Kässbohrer: Neue Tieflader- und Silofahrzeuge


Kässbohrer kündigt unter dem Motto „Efficiency to the next level“ neue Entwicklungen für mehrere Transportbereiche an.

Besonders hervorgehoben werden Neuheiten im Tiefladerprogramm sowie bei den großvolumigen Silofahrzeugen. Die Fahrzeuge sollen auf höhere Nutzlast, geringere Betriebskosten, längere Lebensdauer und eine bessere Vorbereitung auf emissionsfreie Transportkonzepte ausgerichtet sein.

Die genauen technischen Daten und Fahrzeugbezeichnungen hält Kässbohrer größtenteils noch zurück. Der Hersteller hat jedoch ausdrücklich mehrere Produktpremieren für Hannover angekündigt.

MEILLER: Neue Kippernamen und Technik für Elektrofahrgestelle


MEILLER ordnet einen Teil seines Produktprogramms neu und führt dafür neue Baureihennamen ein.

Die besonders schweren Hinterkipper werden künftig unter der Bezeichnung MAXTREME angeboten. Auf der IAA stehen unter anderem der MAXTREME H436 und der MAXTREME P450.

Neu ist außerdem eine sogenannte Kettenklappe. Der Muldenverschluss öffnet und schließt sich rein mechanisch und soll besonders für schwere Einsätze geeignet sein.

Die Kippsattelauflieger erhalten den neuen Namen GRANDLOAD. Sie sollen ein geringes Eigengewicht mit hoher Robustheit und einem möglichst großen Ladevolumen verbinden.

Beim Abrollkipper TECTRUM RS21.70 kommen neue reibungsarme Containerauflagen aus hochfestem Kunststoff zum Einsatz. Gezeigt wird der Aufbau auf einem rein elektrisch angetriebenen Fahrgestell.

Auch der Absetzkipper TECTRIS AK14 wurde überarbeitet. Ein verstärktes Ladebrückendesign soll die Stabilität erhöhen. Das System ist für zweiachsige Diesel-, Gas- und Elektrofahrgestelle ausgelegt.

BPW hält eine Weltpremiere noch geheim


Besonders spannend dürfte der Messeauftritt von BPW werden. Der Achs- und Fahrwerkshersteller kündigt eine Weltpremiere für das in Europa besonders wichtige 9-Tonnen-Trailersegment an.

Was genau vorgestellt wird, verrät BPW bislang nicht. Die neue Lösung soll jedoch Nutzlast, Gewicht, Wartungsfreundlichkeit und Lebenszykluskosten verbessern.

Daneben zeigt BPW die intelligente Fahrwerksgeneration iC Plus. Das System verbindet das Trailerfahrwerk mit Telematik und zustandsorientierter Wartung.

Überwacht beziehungsweise ausgewertet werden unter anderem:

  • Bremsbelagverschleiß
  • Bremsleistung
  • Reifendruck
  • Achslast
  • Fahrbahnzustand


Die Daten sollen helfen, Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen und starre Wartungsintervalle teilweise durch zustandsorientierte Werkstattaufenthalte zu ersetzen.

Zur BPW-Gruppe gehört außerdem HESTAL. Das aerodynamische Hecksystem FlowMaster wird auf weitere Fahrzeugtypen ausgeweitet. BPW nennt ein mögliches Einsparpotenzial von bis zu 0,4 Litern Kraftstoff je 100 Kilometer.

SAF-HOLLAND: Neue 11-Tonnen-Achse und komplette Systemlösungen


SAF-HOLLAND stellt sein Achsen-, Bremsen- und Fahrwerksprogramm stärker als zusammenhängendes Gesamtsystem auf.

Eine zentrale Neuheit ist die SAF FUSION für das 11-Tonnen-Segment. Sie ergänzt die bekannte SAF-INTRA-Familie für 9-Tonnen-Anwendungen.

Darüber hinaus reicht das ausgestellte Achsprogramm über die SAF-MODUL-Baureihe mit Scheiben- und Trommelbremsen bis zu 14 Tonnen. Für Spezial- und Schwertransporte bietet die Konzernmarke TECMA kundenspezifische Achsen mit Tragfähigkeiten von bis zu 82 Tonnen an.

Die Haldex-Scheibenbremse ModulT kann künftig innerhalb der verschiedenen SAF-HOLLAND-Achsfamilien eingesetzt werden. Dadurch sollen Achse, Bremse, Fahrwerk, elektronische Steuerung und Ersatzteilversorgung stärker aufeinander abgestimmt werden.

ZF macht die Trailerbremse zum elektronischen Kontrollzentrum


ZF präsentiert mit iEBS die nächste Generation seines elektronischen Bremssystems für Trailer.

Das System übernimmt nicht nur die eigentliche Bremssteuerung, sondern dient als zentrale Plattform für weitere Trailerfunktionen. Dazu können unter anderem gehören:

  • Reifendruck- und Temperaturüberwachung
  • automatische Höhenregelung
  • Liftachssteuerung
  • Rückraumüberwachung mit automatischer Bremsung
  • Trailerdiagnose
  • Telematik und Zustandsüberwachung


Das iEBS soll außerdem auf elektrifizierte Trailer vorbereitet sein. Durch eine koordinierte Bremssteuerung kann künftig mehr Bremsenergie über elektrische Trailerachsen zurückgewonnen werden.

ZF verbindet damit Bremsen, Fahrwerk, Sicherheit, Telematik und Elektrifizierung zu einer gemeinsamen Trailerplattform.

Fazit: Beim Trailer entscheidet sich ein großer Teil der Wirtschaftlichkeit


Die bisher angekündigten Neuheiten zeigen, dass der Auflieger längst nicht mehr nur als passiver Ladungsträger betrachtet wird.

Leichtere Fahrwerke erhöhen die Nutzlast. Elektrische Achsen versorgen Kühlaggregate oder unterstützen die Zugmaschine. Telematik erkennt Verschleiß, bevor ein Fahrzeug ausfällt. Aerodynamische Bauteile senken den Verbrauch und speziell angepasste Trailer sollen die Achslastprobleme schwerer Elektro-Zugmaschinen entschärfen.

Für Transportunternehmer könnten einige dieser Entwicklungen damit sogar schneller wirtschaftlich relevant werden als manche aufwendig präsentierte Lkw-Studie.


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26.08.2026 07:01
#3 Neuheiten-Update: Was jetzt zusätzlich nach Hannover kommt
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Arndt

IAA Transportation 2026 – Neuheiten-Update: Was jetzt zusätzlich nach Hannover kommt


Über die großen Lkw-Premieren sowie die Neuheiten der Trailer-, Aufbau- und Achshersteller haben wir bereits in zwei ausführlichen Beiträgen berichtet. Deshalb wiederholen wir Mercedes-Benz, MAN, Volvo, Renault Trucks, DAF-Modelle, Schmitz Cargobull, Kögel, KRONE, Fliegl, Kässbohrer, MEILLER, BPW, SAF-HOLLAND oder ZF an dieser Stelle nicht noch einmal.

Inzwischen sind jedoch weitere konkrete Ankündigungen hinzugekommen – vor allem von Zulieferern, Reifenherstellern, Technologieunternehmen, Ladeinfrastrukturanbietern sowie beim automatisierten Fahren. Und gerade dort finden sich einige Entwicklungen, die für Transportunternehmer im täglichen Betrieb durchaus interessant werden könnten.

Stand dieses Updates: 26. August 2026.

Ford Trucks konkretisiert seinen Messeauftritt


Ford Trucks war in unserem ersten IAA-Bericht bereits als Teilnehmer genannt, inzwischen steht aber deutlich genauer fest, was die Nutzfahrzeugmarke in Hannover zeigen will.

Unter dem Motto „One Vision for Every Journey“ bringt Ford Trucks den F-MAX für den Fernverkehr, den F-LINE Construction für Baustellen- und Bauanwendungen sowie den vollelektrischen F-LINE E mit.

Interessant ist zusätzlich die digitale Plattform ConnecTruck. Sie bündelt Fahrzeug- und Flottendaten und soll damit die Überwachung und Steuerung des Fuhrparks erleichtern. Am Ford-Trucks-Stand ist außerdem der Reifenhersteller Prometeon mit Lösungen für den gewerblichen Transport vertreten.

Ausgewählte Ford-Trucks-Modelle sollen auf der IAA auch für Probefahrten zur Verfügung stehen.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

Ford Pro: Neuer Transit City für den städtischen Einsatz


Auch bei den leichteren Nutzfahrzeugen gibt es eine interessante Ergänzung. Ford Pro erweitert seine Transit-Familie um den neuen vollelektrischen Transit City.

Der Transporter wurde ausdrücklich für den urbanen Gewerbeeinsatz entwickelt und wird als Kastenwagen in unterschiedlichen Längen und Höhen sowie erstmals auch als Fahrgestell in der 1-Tonnen-Nutzlastklasse angeboten. Damit können beispielsweise Koffer-, Pritschen- oder andere Spezialaufbauten realisiert werden.

Der Elektromotor leistet 110 kW beziehungsweise 150 PS. Die 56-kWh-LFP-Batterie ermöglicht laut Ford bis zu 254 Kilometer Reichweite, im Stadtzyklus sollen bis zu 381 Kilometer möglich sein. Von zehn auf 80 Prozent soll die Batterie an einer geeigneten Schnellladestation in etwa 33 Minuten geladen werden können.

Je nach Ausführung stehen bis zu acht Kubikmeter Ladevolumen und maximal 1.275 Kilogramm Nutzlast zur Verfügung.

Für Handwerk, Service, Stadtlogistik und kleinere Verteilerverkehre könnte der Transit City damit durchaus interessanter sein als manche deutlich größere Elektro-Neuheit.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

DAF und Einride: Der Elektro-Lkw soll künftig ohne Fahrer fahren


Die elektrischen DAF XG- und XG+-Modelle haben wir bereits vorgestellt. Neu ist dagegen eine inzwischen bekanntgegebene Kooperation zwischen DAF und Einride.

Die Unternehmen wollen gemeinsam einen batterieelektrischen Lkw nach SAE Level 4 entwickeln. Dabei soll das autonome Fahrsystem „Einride Driver“ in die Elektro-Lkw-Plattform von DAF integriert werden.

Noch 2026 sollen erste Tests und Validierungen stattfinden. Für 2027 ist die Integration der Einride-Software in einem DAF-Lkw vorgesehen. Parallel arbeiten die Beteiligten bereits mit Genehmigungsbehörden zusammen.

Level 4 bedeutet, dass das Fahrzeug innerhalb festgelegter Einsatzbereiche vollständig selbstständig fahren kann und dort grundsätzlich keinen Fahrer für die eigentliche Fahraufgabe benötigt.

Eine konkrete Markteinführung für den regulären Straßengüterverkehr wurde allerdings noch nicht genannt.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

Hankook bringt neue Reifen für Trailer und Winterbetrieb


Ein häufig unterschätzter Kostenfaktor im Fuhrpark sind die Reifen. Hankook nutzt die IAA deshalb für mehrere Nutzfahrzeug-Neuheiten.

Angekündigt sind neue Reifen speziell für Trailer und den Wintereinsatz. Technische Einzelheiten zu diesen Produkten hält Hankook bislang noch zurück.

Zusätzlich zeigt der Hersteller seine Smart-Line-Serie für den Fernverkehr, Smart Flex für den Regionalverkehr und e-Smart City für elektrische Stadtbusse. Die Zweitmarke Laufenn ist mit Trailerreifen vertreten, während Hankook Alphatread das Thema Runderneuerung abdeckt.

Besonders interessant für größere Fuhrparks dürfte Hankook Smart Fleet werden. Das digitale Reifenmanagement soll Reifendaten stärker in die Flottensteuerung integrieren und dabei helfen, Laufleistung, Wartung und Gesamtbetriebskosten besser zu kontrollieren.

Zwei sogenannte „Design Innovation Project“-Exponate sollen zudem einen Ausblick auf künftige Reifentechnologien geben.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

Knorr-Bremse: Auch Druckluft und Lenkung werden elektrisch


Knorr-Bremse zeigt sehr anschaulich, dass die Elektrifizierung eines Nutzfahrzeugs längst nicht beim Antrieb endet.

Eine Premiere ist der elektrisch angetriebene und ölfreie MTP eCompressor. Er erzeugt die benötigte Druckluft elektrisch und soll gleichzeitig energieeffizienter und leiser arbeiten.

Hinzu kommt das redundante Bremssystem rGSBC. Eine solche doppelt abgesicherte Bremsarchitektur wird insbesondere für hochautomatisierte und autonome Fahrzeuge benötigt, weil auch beim Ausfall einzelner Komponenten weiterhin sicher gebremst werden können muss. Der Serienstart ist für 2027 vorgesehen.

Ebenfalls vor der Markteinführung steht eine vollelektrische Servolenkung. Durch ein „Power-on-Demand“-Prinzip soll sie laut Knorr-Bremse bis zu 90 Prozent weniger Energie benötigen als herkömmliche Systeme.

Für Transportunternehmer klingt das zunächst nach Zulieferertechnik. Am Ende beeinflussen solche Systeme aber Energieverbrauch, Wartung, Fahrzeugverfügbarkeit und die Möglichkeiten zukünftiger Assistenzsysteme.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

AUMOVIO verbindet Tachograph, Maut und Flottenmanagement


AUMOVIO richtet seinen Messeauftritt stark auf softwaredefinierte und autonome Nutzfahrzeuge aus. Für Transportunternehmer dürfte dabei besonders das VDO Ecosystem interessant sein.

Tachograph, Flottenservices und Mautlösungen sollen stärker miteinander vernetzt werden. Ziel ist es, Verwaltungsprozesse zu automatisieren und insbesondere bei Compliance, Fahrzeugdaten und Abrechnung weniger Einzellösungen einsetzen zu müssen.

Für zukünftige Nutzfahrzeuge zeigt AUMOVIO außerdem Hochleistungsrechner, Konnektivitätslösungen und sogenannte Over-the-Air-Funktionen. Software und Funktionen können damit teilweise aktualisiert werden, ohne dass das Fahrzeug dafür zwingend in die Werkstatt muss.

Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Aurora entwickelt AUMOVIO zudem ein Hardware-Kit für autonome Lkw. Ab 2027 soll diese Technik auf US-Highways eingesetzt werden.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

FORVIA: Digitaler Spiegel, Radar und Wasserstofftank


Der Großzulieferer FORVIA präsentiert erstmals eine gemeinsame Nutzfahrzeugstrategie seiner fünf Geschäftsbereiche.

Zu den angekündigten Neuheiten gehört ein 77-GHz-Radarsystem für Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren. Hinzu kommen Systeme zur Fahrer- und Innenraumüberwachung sowie eine kamerabasierte Spiegelersatzlösung.

Gerade der elektronische Außenspiegel ist wirtschaftlich interessant: Neben einer verbesserten Sicht kann die kleinere Außenfläche den Luftwiderstand reduzieren.

Für Brennstoffzellen-Lkw und -Busse zeigt FORVIA außerdem neue Typ-IV-Wasserstoffspeicher. Der größte angekündigte 700-bar-Tank fasst 563 Liter beziehungsweise 22,7 Kilogramm Wasserstoff.

Leichtbau- und Recyclingmaterialien sollen zusätzlich Fahrzeuggewicht und Ressourcenverbrauch reduzieren.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

Valeo zeigt die Technik, die man am fertigen Lkw kaum sieht


Auch Valeo kommt mit einem breiten Nutzfahrzeugprogramm nach Hannover. Dabei geht es weniger um ein komplettes Fahrzeug als um zahlreiche Komponenten, die künftig in Lkw, Transportern und Bussen stecken können.

Dazu gehören elektrische Kompressoren, Wärmepumpen, Hochvolt-Heizer und elektrische Antriebssysteme. Für Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren zeigt Valeo Kamera-, Radar- und LiDAR-Sensorik sowie die dazugehörigen Rechner- und Softwareplattformen.

Hinzu kommen Fahrerüberwachung, moderne Lichtsysteme und weitere Komponenten für automatisiertes Fahren bis hin zu Level 4.

Interessant ist außerdem die Aftermarket-Strategie REMAN 2.0. Dabei sollen mehr Bauteile professionell wiederaufbereitet und erneut eingesetzt werden. Gerade bei teuren elektronischen und elektrischen Komponenten könnte Remanufacturing künftig auch für die Reparaturkosten von Nutzfahrzeugen eine größere Rolle spielen.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

Ladeinfrastruktur: Fremde Lkw im eigenen Depot laden lassen


Auch bei der Ladeinfrastruktur gibt es Ansätze, die über die reine Leistung einer Ladesäule hinausgehen.

SMATRICS hat mit dem Depot Club ein Netzwerk gestartet, in dem Unternehmen freie Ladezeiten ihrer eigenen Depot-Ladepunkte anderen Elektro-Lkw-Flotten zur Verfügung stellen können.

Ein Unternehmen, dessen Lkw beispielsweise nachts unterwegs sind, könnte freie Ladekapazität tagsüber anderen Flotten anbieten. Dadurch kann vorhandene Infrastruktur besser ausgelastet und im Idealfall zusätzlich Geld verdient werden.

Für kleinere und mittlere Transportunternehmen wäre gleichzeitig ein dichteres Netz nutzbarer Depot-Ladepunkte möglich, ohne dass jeder Betrieb entlang aller gefahrenen Routen selbst Infrastruktur errichten muss. Eine Ausweitung des bislang in Österreich gestarteten Systems nach Deutschland ist vorgesehen.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

i-charging: 500 kW aus einer kompakten Ladesäule


Der Ladeinfrastrukturanbieter i-charging zeigt den neuen All-in-One 500.

Die Einheit stellt insgesamt 500 kW Ladeleistung zur Verfügung und besitzt zwei Ladeausgänge. Die Leistung wird automatisch entsprechend dem aktuellen Bedarf der angeschlossenen Fahrzeuge verteilt.

Optional stehen flüssigkeitsgekühlte Ladekabel zur Verfügung. Damit richtet sich die Anlage ausdrücklich auch an schwere Nutzfahrzeuge und Reisebusse, die über längere Zeiträume hohe Ladeströme benötigen.

Die ersten Auslieferungen in europäischen CE-Märkten sind für Ende 2026 vorgesehen.

Quelle und weitere Informationen: IAA Transportation

Über 80 Fahrzeuge können tatsächlich gefahren werden


Eine weitere Neuerung betrifft nicht ein einzelnes Produkt, sondern die gesamte Messe. Die IAA baut ihre Testfahrten erheblich aus.

In einer Pressemitteilung vom 17. August wurden 84 Fahrzeuge von 17 Ausstellern angekündigt. 2024 standen lediglich 60 Fahrzeuge bereit – ein Plus von rund 40 Prozent.

Interessant ist allerdings eine kleine aktuelle Abweichung: Die inzwischen aktualisierte Test-Drive-Seite der IAA spricht von mehr als 80 Fahrzeugen und 16 Ausstellern. Offenbar wird die endgültige Teilnehmerliste derzeit noch angepasst.

Fest steht: Neben batterieelektrischen Fahrzeugen sollen auch Wasserstofffahrzeuge und moderne emissionsarme Diesel gefahren werden können.

Zusätzlich gibt es Demonstrationen automatisierter Fahrfunktionen. Aptiv, Brightskies, MicroVision, Neolix und Stellantis wollen dafür mehrere Fahrzeuge einsetzen. Erstmals sollen dabei auch sogenannte Robo-Vans ohne klassische Fahrerkabine gezeigt werden.

Für einen Messebesucher dürfte das erheblich aussagekräftiger sein als Prospektangaben. Sicht, Einstieg, Fahrerplatz, Geräuschentwicklung, Rekuperation oder das Verhalten der Assistenzsysteme lassen sich erst beim tatsächlichen Fahren wirklich beurteilen.

Quelle: IAA Transportation

Auch die letzte Meile bekommt eine eigene Bühne


Die IAA Transportation ist mittlerweile längst nicht mehr nur eine Messe für klassische Nutzfahrzeuge.

Auf dem Cargobike Parcours können Lastenräder unter realitätsnahen Bedingungen getestet werden. Am 17. September findet dort außerdem die Bewertung für den „International Cargobike of the Year Award 2026“ statt.

Für klassische Fernverkehrsspeditionen ist das natürlich nur ein Randthema. Für Stückgutnetzwerke, KEP-Unternehmen, Citylogistik und innerstädtische Zustellungen entwickelt sich diese Fahrzeugklasse jedoch zunehmend zu einem eigenen Transportsegment.

Fazit: Der dritte Blick auf die IAA geht unter die Fahrzeughaut


Nach den Lkw-Premieren und den Neuheiten bei Trailern, Aufbauten und Achsen zeigt dieses Update eine weitere Ebene der IAA Transportation 2026.

Reifen werden digital überwacht. Druckluftkompressoren und Lenkungen werden elektrisch. Bremsanlagen werden redundant für autonomes Fahren ausgelegt. Tachograph, Maut und Flottenmanagement wachsen zusammen. Radar, Kameras und LiDAR werden Teil des normalen Nutzfahrzeugs. Ladepunkte in Betriebshöfen können zu öffentlich beziehungsweise gemeinschaftlich nutzbarer Infrastruktur werden.

Für Transportunternehmer steckt genau dort möglicherweise mehr wirtschaftliches Potenzial als in mancher spektakulären Fahrzeugstudie.

Denn am Ende entscheiden nicht allein Reichweite oder PS über die Kosten eines Lastzuges. Reifen, Wartung, Aerodynamik, Standzeiten, digitale Verwaltung, Ladezeiten und die Verfügbarkeit des Fahrzeugs bestimmen wesentlich mit, ob eine neue Technik im Alltag tatsächlich Geld verdient.

Und bis zum Pressetag am 14. September dürfte noch einiges dazukommen. Der offizielle Neuheiten-Report der IAA wird ausdrücklich laufend aktualisiert.

Stand: 26. August 2026

Gruß vom Arndt


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07.09.2026 20:08
#4 IAA Transportation 2026: MAN stellt den neuen TGX vor
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Arndt

IAA Transportation 2026: MAN stellt den neuen TGX vor


MAN nutzt die IAA Transportation 2026 in Hannover für die Weltpremiere des überarbeiteten TGX. Das neue Fernverkehrsmodell soll am 14. September vollständig enthüllt werden. Erste technische Details und noch teilweise verhüllte Aufnahmen hat der Hersteller bereits vorab veröffentlicht.
Eine komplette Neuentwicklung ist der neue TGX nicht. MAN behält den bisherigen Kabinenrohbau bei, verändert das Fahrerhaus aber an entscheidenden Stellen. Im Mittelpunkt stehen eine aerodynamisch optimierte Front, eine bessere Sicht aus der Kabine sowie größere Reichweiten beim batterieelektrischen eTGX.

Neue Front ragt zwölf Zentimeter weiter nach vorn


Die Front des neuen TGX wurde um 120 Millimeter verlängert. MAN nutzt damit die zusätzlichen europäischen Längenmöglichkeiten, um die Luftführung rund um das Fahrerhaus zu verbessern und den Energieverbrauch zu reduzieren.
Die neue Frontpartie fällt deutlich runder und strömungsgünstiger aus. Wie der TGX ohne Tarnung tatsächlich aussehen wird, hält MAN allerdings noch geheim. Die vollständige Optik soll erst bei der offiziellen Vorstellung auf der IAA gezeigt werden.
Beim eTGX soll die Kombination aus verbesserter Aerodynamik, neuer Batterietechnik und optimierter Energierückgewinnung eine Effizienzsteigerung von bis zu drei Prozent ermöglichen.

Bessere Sicht vor und neben dem Lkw


Neben der Aerodynamik hat MAN die direkte Sicht aus dem Fahrerhaus verbessert. Die Windschutzscheibe reicht künftig weiter nach unten. Gleichzeitig fällt der Armaturenträger flacher aus, sodass der Fahrer den Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug besser überblicken kann.
Optional ist außerdem ein zusätzliches, tief angebrachtes Fenster in der Beifahrertür erhältlich. Dadurch sollen sich Radfahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer rechts neben dem Lkw früher erkennen lassen.
MAN reagiert damit auch auf die wachsenden europäischen Anforderungen an die Direktsicht schwerer Nutzfahrzeuge. Für den Fahrer kann die bessere Sicht vor allem beim Abbiegen, Rangieren und im innerstädtischen Verkehr einen tatsächlichen Sicherheitsgewinn darstellen.

Neue Batteriegeneration für den eTGX


Die umfangreichsten technischen Neuerungen betreffen den batterieelektrischen eTGX. Eine neue Batteriegeneration soll bei unverändertem Bauraum und Gewicht rund zehn Prozent mehr nutzbare Energie bereitstellen.
Zusätzlich wurde die Rekuperation überarbeitet. Nach Angaben von MAN kann bei Brems- und Verzögerungsvorgängen künftig bis zu 20 Prozent mehr Energie zurückgewonnen werden.
Eine typische 4×2-Sattelzugmaschine mit sechs Batteriepaketen verfügt künftig über eine Gesamtkapazität von 552 kWh. Damit soll eine Reichweite von bis zu 660 Kilometern ohne Zwischenladen möglich sein.

Bis zu 720 Kilometer mit sieben Batteriepaketen


Für besonders reichweitenintensive Einsätze kündigt MAN eine dreiachsige eTGX-Sattelzugmaschine mit sieben Batteriepaketen an. Die Gesamtkapazität steigt bei dieser Ausführung auf 644 kWh. Als maximale Reichweite nennt der Hersteller bis zu 720 Kilometer.
Das reichweitenstärkste Modell wird als 6×2-Sattelzugmaschine mit zusätzlicher Nachlaufachse angeboten. Die dritte Achse ist notwendig, um das zusätzliche Batteriegewicht zu verteilen und die zulässigen Achslasten auch mit beladenem Auflieger einzuhalten.
Technisch sind die dreiachsigen eTGX-Modelle für Zuggesamtgewichte von bis zu 50 Tonnen ausgelegt.

Neue Leistungsstufe mit bis zu 598 PS


MAN erweitert außerdem das Leistungsangebot des elektrischen Antriebs. Je nach Fahrzeugausführung sollen künftig Motorleistungen von 333 bis 598 PS zur Verfügung stehen.
Damit trägt der Hersteller der höheren Batteriekapazität und den möglichen Zuggesamtgewichten Rechnung. Besonders die neue Spitzenleistung dürfte für schwere Fernverkehrseinsätze sowie für Strecken mit größeren Steigungen interessant sein.

MCS-Laden mit bis zu 750 kW


Der neue eTGX kann optional mit einem Anschluss für das Megawatt Charging System ausgestattet werden. Die maximale Ladeleistung beträgt nach Angaben von MAN bis zu 750 kW.
Unter geeigneten Bedingungen soll sich dadurch innerhalb von ungefähr 30 Minuten ausreichend Energie für die Weiterfahrt nachladen lassen. Der Ladevorgang könnte somit in die gesetzlich vorgeschriebene Fahrtunterbrechung des Fahrers integriert werden.
Voraussetzung ist allerdings eine entsprechend leistungsfähige MCS-Ladesäule. Gerade bei der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge besteht weiterhin erheblicher Ausbaubedarf.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick


• Um 120 Millimeter verlängerte und aerodynamisch optimierte Front
• Bis zu drei Prozent höhere Effizienz beim eTGX
• Weiter nach unten gezogene Windschutzscheibe
• Flacherer Armaturenträger für bessere Sicht nach vorn
• Optionales Zusatzfenster in der Beifahrertür
• Neue Batteriegeneration mit rund zehn Prozent mehr nutzbarer Energie
• Bis zu 20 Prozent verbesserte Energierückgewinnung
• 552 kWh und bis zu 660 Kilometer Reichweite beim 4×2-eTGX
• 644 kWh und bis zu 720 Kilometer Reichweite beim 6×2-eTGX
• Elektrische Antriebsleistungen von 333 bis 598 PS
• MCS-Schnellladen mit bis zu 750 kW
• Technisch bis zu 50 Tonnen Zuggesamtgewicht

Was bedeutet die Neuvorstellung für Transportunternehmer?


Mit einer vom Hersteller genannten Reichweite von bis zu 660 beziehungsweise 720 Kilometern rückt der eTGX näher an klassische Fernverkehrseinsätze heran. Für viele Touren könnte eine Batterieladung rechnerisch einen großen Teil der täglichen Fahrleistung abdecken.
Die maximale Reichweite allein entscheidet jedoch nicht über die Wirtschaftlichkeit. Für Transportunternehmer bleiben insbesondere der tatsächliche Verbrauch unter Volllast, die verbleibende Nutzlast, die Anschaffungskosten, die Haltbarkeit der Batterien sowie die Verfügbarkeit leistungsfähiger Ladepunkte ausschlaggebend.
Auch die dreiachsige Ausführung mit sieben Batterien muss differenziert betrachtet werden. Sie bietet zwar die größte Reichweite, bringt aber eine zusätzliche Achse, mehr Technik und möglicherweise höhere laufende Kosten mit sich. Hinzu kommt, dass dreiachsige Zugmaschinen bei der Maut ungünstiger eingestuft werden können als die im Fernverkehr übliche 4×2-Ausführung.
Die angekündigten Reichweiten sind außerdem Herstellerangaben. Wie weit ein voll ausgelasteter eTGX bei niedrigen Temperaturen, Gegenwind, Steigungen oder hohem Autobahntempo tatsächlich kommt, muss sich im täglichen Einsatz erst zeigen.

MAN zeigt auf der IAA sein vollständiges Elektroprogramm


Neben dem überarbeiteten TGX will MAN auf der IAA Transportation erstmals sein vollständiges elektrisches Lkw-Programm für Gewichtsklassen von 12 bis 50 Tonnen präsentieren.
Der neue eTGX übernimmt dabei die Rolle des elektrischen Fernverkehrsmodells. Mit größeren Batteriekapazitäten, stärkerem Antrieb und schnellerem Laden möchte MAN den Einsatzbereich seiner Elektro-Lkw deutlich erweitern.

Fazit


Der neue TGX ist eher eine umfassende Weiterentwicklung als eine völlig neue Baureihe. Die verlängerte Front, die bessere Direktsicht und die Veränderungen im Fahrerhaus dürften auch für Fahrer konventionell angetriebener Modelle interessant sein.
Den größten technischen Sprung macht jedoch der eTGX. Reichweiten von bis zu 720 Kilometern und Ladeleistungen von bis zu 750 kW klingen zunehmend fernverkehrstauglich. Ob daraus auch ein wirtschaftlich überzeugendes Fahrzeug für kleine und mittelständische Transportunternehmen wird, hängt jedoch von Preisen, Nutzlast, realem Energieverbrauch und vor allem von der verfügbaren Ladeinfrastruktur ab.
Die vollständige Gestaltung und weitere Einzelheiten will MAN am 14. September 2026 auf der IAA Transportation in Hannover vorstellen.

Quellen und weitere Informationen


VerkehrsRundschau: MAN gewährt einen ersten Blick auf die neuen TGX-Modelle
Truckstar: Erste Bilder des neuen MAN eTGX
Sustainable Truck & Van: MAN zeigt den neuen eTGX vor der IAA
Bildquelle bei Verwendung eines offiziellen Pressefotos: MAN Truck & Bus

Gruß vom Arndt


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