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SuperPanther eTopas 600: Chinesischer E-Lkw geht in Steyr in Serie

17.08.2026 18:37 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2026 18:38)
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#1 SuperPanther eTopas 600: Chinesischer E-Lkw geht in Steyr in Serie
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SuperPanther eTopas 600: Chinesischer E-Lkw geht in Steyr in Serie – DHL übernimmt Truck Nummer 1


Der chinesische Elektro-Lkw-Hersteller SuperPanther macht in Europa den nächsten Schritt: Im österreichischen Steyr ist die Serienfertigung des batterieelektrischen eTopas 600 angelaufen. Das erste Serienfahrzeug wurde an DHL Freight übergeben und soll ab September 2026 in den Niederlanden eingesetzt werden.

Damit bleibt es nicht mehr bei Messefahrzeugen, Ankündigungen und Erprobungsträgern. Die ersten Fahrzeuge gehen tatsächlich in den gewerblichen Einsatz. Neben DHL wurden Fahrzeuge der ersten Charge unter anderem an Kunden in Deutschland, Österreich und Polen ausgeliefert. Der ausführliche Report der TruckExperten zeigt: SuperPanther will sich ernsthaft im europäischen Markt für schwere Elektro-Lkw etablieren.

„Made in Steyr“ – aber mit einer wichtigen Einschränkung


Ganz so einfach wie „chinesischer Lkw wird jetzt in Österreich gebaut“ ist die Sache allerdings nicht. Der eTopas 600 entsteht im sogenannten Semi-Knocked-Down-Verfahren, kurz SKD.

Vormontierte Baugruppen werden nach Österreich geliefert und bei Steyr Automotive endmontiert. SuperPanther liefert aus China unter anderem die zweimotorige E-Achse, Hochvolt-Leistungselektronik und das Wärmemanagement. Steyr übernimmt nach eigenen Angaben die Endmontage, Inbetriebnahme und Qualitätsabnahme.

Daneben sind zahlreiche europäische beziehungsweise in Europa etablierte Zulieferer beteiligt, darunter ZF, Schaeffler, Aumovio, Infineon, Michelin, Continental, Goodyear und Castrol.

SuperPanther spricht deshalb selbstbewusst von einem gemeinsam mit Europa entwickelten europäischen Produkt. Für die sachliche Einordnung sollte man trotzdem festhalten: Wesentliche Kerntechnik stammt weiterhin aus China, während Steyr vor allem die europäische Industrialisierung, Endmontage und Qualitätsabsicherung übernimmt.

Das ist keineswegs ungewöhnlich – aber ein entscheidender Unterschied zu einem vollständig in Europa entwickelten und gefertigten Lkw.

621 kWh Batterie und bis zu 692 kW Spitzenleistung


Technisch braucht sich der eTopas 600 auf dem Papier vor der etablierten Konkurrenz jedenfalls nicht zu verstecken.

Die wichtigsten Herstellerangaben:

  • Batterie: 621 kWh Lithium-Eisenphosphat-Batterie von CATL
  • Systemspannung: 876 Volt
  • Dauerleistung: 394 kW
  • Spitzenleistung: 692 kW
  • Leergewicht der Zugmaschine: rund 10,8 Tonnen
  • zulässiges Gesamtgewicht: bis 42 Tonnen
  • offiziell von DHL genannte Reichweite: bis zu 560 Kilometer
  • Herstellerangabe aus bisherigen Praxistests: rund 600 Kilometer


Besonders interessant ist das Ladesystem. Auf beiden Fahrzeugseiten befindet sich ein CCS2-Anschluss. Werden zwei geeignete Ladepunkte gleichzeitig genutzt, kann der eTopas mit beiden Anschlüssen parallel geladen werden.

Steyr berichtet aus Tests von durchschnittlich rund 635 kW Ladeleistung und einer Ladung von 20 auf 80 Prozent in weniger als 38 Minuten. DHL gibt eine maximale Ladeleistung von 660 kW an.

Das klingt beeindruckend, hat in der Praxis allerdings einen Haken: Für die volle Leistung müssen gleichzeitig zwei entsprechend leistungsfähige CCS-Ladepunkte zur Verfügung stehen. Auf einem öffentlichen Ladepark bedeutet das im Zweifelsfall auch, dass ein einziger Lkw zwei Ladepunkte belegt.



0,95 kWh je Kilometer – wenn sich das bestätigt, wird es interessant


Seit März 2026 soll die europäische Kunden-Testflotte unter realen Einsatzbedingungen mehr als 70.000 Kilometer zurückgelegt haben. SuperPanther nennt dabei über unterschiedliche Strecken, Nutzlasten und Einsatzprofile hinweg einen durchschnittlichen Verbrauch von etwa 0,95 kWh je Kilometer.

Das wäre für einen schweren Elektro-Lkw ein sehr ordentlicher Wert.

Allerdings gilt auch hier: Die Angaben stammen bislang im Wesentlichen vom Hersteller und von dessen Partnern. Entscheidend werden unabhängige Vergleichstests und vor allem die Verbrauchswerte sein, die Flotten über Monate hinweg im tatsächlichen Betrieb erzielen – im Winter, mit hoher Nutzlast, bei Autobahntempo und unter ungünstigen Bedingungen.

DHL dürfte dafür ein interessanter Gradmesser werden. Das Unternehmen hatte den eTopas bereits 2025 unter realen Bedingungen in Österreich getestet, unter anderem auf der rund 200 Kilometer langen Verbindung zwischen Wien und Wels. Die Erfahrungen waren offenbar gut genug, um Truck Nummer eins nun regulär in das DHL-Freight-Netz aufzunehmen.

Der Service entscheidet mit


Für einen Transportunternehmer reicht ein guter Verbrauchswert alleine nicht. Ein Lkw verdient sein Geld nur, solange er fährt.

Gerade für einen neuen Hersteller ist deshalb die Frage entscheidend: Wer repariert das Fahrzeug, wo liegen Ersatzteile und wie schnell kommt im Pannenfall Hilfe?

SuperPanther hat hierfür eine Kooperation mit dem unabhängigen europäischen Werkstattnetz Alltrucks abgeschlossen. Vorgesehen sind Wartung und Reparatur sowie ein 24/7-Pannendienst.

Gleichzeitig zeigen die offiziellen Angaben aber auch, dass sich die Organisation noch im Aufbau befindet. SuperPanther arbeitet parallel an Schulungsprogrammen für Servicetechniker, Ersatzteillogistik, Ferndiagnose und Over-the-Air-Updates.

Für die ersten Käufer dürfte deshalb mindestens genauso wichtig wie die technische Spezifikation sein, wie belastbar dieses Servicenetz im täglichen Betrieb tatsächlich funktioniert.

Die wichtigste Zahl fehlt bislang: der Preis


Über eine entscheidende Größe schweigen SuperPanther und Steyr bisher: Was kostet der eTopas 600?

Ohne Kaufpreis beziehungsweise Leasingrate lässt sich nicht seriös beurteilen, wie wirtschaftlich das Fahrzeug gegenüber einem Mercedes-Benz eActros 600, Volvo FH Electric, MAN eTGX oder anderen Elektro-Lkw tatsächlich ist.

Genau hier könnte es allerdings spannend werden. Sollte SuperPanther die technische Leistungsfähigkeit tatsächlich mit einem deutlich niedrigeren Anschaffungspreis verbinden können, entsteht für die etablierten europäischen Hersteller ein neuer Wettbewerber, den man nicht einfach als chinesischen Exoten abtun kann.

Denn beim Unternehmer entscheidet am Ende nicht die Herkunft des Logos auf dem Kühlergrill, sondern die Rechnung:

Anschaffung – Finanzierung – Nutzlast – Energieverbrauch – Ladezeit – Verfügbarkeit – Reparaturkosten – Restwert.

Vom Testfahrzeug zum echten Wettbewerber


Der Produktionsstart in Steyr ist deshalb durchaus bemerkenswert. Noch handelt es sich nicht um eine Großserienproduktion mit Tausenden Fahrzeugen. Wir sehen vielmehr den Beginn der regulären Kundenfertigung und die ersten kommerziellen Einsätze.

Aber genau diese Schwelle ist entscheidend.

SuperPanther muss jetzt beweisen, dass aus guten technischen Daten ein dauerhaft zuverlässiges Nutzfahrzeug wird. Besonders interessant werden die Erfahrungen der ersten Transportunternehmen mit Verbrauch, Reichweite, Werkstattversorgung, Ersatzteilen und Fahrzeugverfügbarkeit.

Sollten die versprochenen rund 0,95 kWh/km, die hohe Ladeleistung und eine konkurrenzfähige Preisgestaltung zusammenkommen, dürfte der eTopas 600 nicht nur ein weiteres E-Lkw-Projekt sein. Dann bekommen MAN, Mercedes-Benz Trucks, Volvo, Scania & Co. zusätzliche Konkurrenz – endmontiert mitten in Europa.

Weitere Informationen gibt es bei Steyr Automotive, in der offiziellen Mitteilung von DHL Freight sowie im Report der TruckExperten.


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20.08.2026 23:40
#2 Vorserien LKW als Testwagen
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Patrick

Kollege hat einen der Vorserien LKW als Testwagen bis Samstag. Leider schaffe ich es nicht, dort vorbei zu fahren.
Bin auf sein Fazit neugierig.

Ich bleibe so wie ich bin. Schon alleine, weil es andere stört....


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