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Niederlande: A27-Merwedebrücke für Lkw gesperrt

24.08.2026 10:59
#1 Niederlande: A27-Merwedebrücke für Lkw gesperrt
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Arndt

Niederlande: A27-Merwedebrücke bleibt für Lkw gesperrt – 500 Euro Bußgeld und verstärkte Kontrollen


Eine wichtige Nord-Süd-Verbindung in den Niederlanden bleibt für den schweren Verkehr unterbrochen. Seit dem 18. Juli 2026 dürfen Lastkraftwagen und Reisebusse die Merwedebrücke der A27 zwischen Gorinchem und Sleeuwijk nicht mehr befahren. Ein Ende der Sperrung ist bislang nicht festgelegt.

Für Transportunternehmer bedeutet das nicht nur zusätzliche Kilometer und Fahrzeit. Die niederländischen Behörden kontrollieren das Verbot inzwischen konsequent. Wer die Sperrung ignoriert, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro zuzüglich weiterer Verfahrenskosten rechnen.

Stahl der Brückenkonstruktion schwächer als angenommen


Auslöser des Verbots sind Untersuchungen an der bestehenden Merwedebrücke. Nach Angaben der niederländischen Straßen- und Wasserbaubehörde Rijkswaterstaat ist der Stahl der Bogenkonstruktion an mehreren Stellen weniger belastbar als bislang angenommen.

Bei hoher Belastung besteht die Gefahr, dass sich Stahlplatten innerhalb der Bogenkonstruktion verformen. Rijkswaterstaat kann deshalb die konstruktive Sicherheit der Brücke für schweren Verkehr derzeit nicht mehr mit ausreichender Sicherheit gewährleisten.

Durch das vollständige Fernhalten von Lkw und Reisebussen soll die Belastung der Brücke deutlich reduziert werden. Pkw, Motorräder und andere leichtere Fahrzeuge dürfen die Brücke weiterhin benutzen. Linienbusse sind ebenfalls vom Verbot ausgenommen.

Trotz Sperrung fuhren weiterhin Hunderte Lkw über die Brücke


Das Verbot zeigte zunächst deutliche Wirkung. Rijkswaterstaat teilte Mitte August mit, dass der Lkw-Verkehr über die Merwedebrücke seit Einführung der Sperrung bereits um mehr als 95 Prozent zurückgegangen sei.

Trotzdem fuhren zu diesem Zeitpunkt nach Angaben der Behörde weiterhin täglich Hunderte Lastkraftwagen über die gesperrte Brücke. Für Rijkswaterstaat ist das zu viel: Ziel ist ausdrücklich, den Verkehr von Lkw und Reisebussen über die Brücke vollständig auf null zu reduzieren.

Vom 17. bis 21. August führten Rijkswaterstaat und die niederländische Polizei deshalb eine gemeinsame Kontrollaktion durch. Fahrer, die das Verbot missachteten, wurden von der Autobahn geleitet und kontrolliert.

500 Euro Bußgeld – auch ausländische Fahrer werden kontrolliert


Die Kontrollen enden nicht mit dieser Schwerpunktaktion. Rijkswaterstaat weist ausdrücklich darauf hin, dass das Verbot gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin durchgesetzt wird.

Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Kameras zur Überwachung des Verkehrs,
  • zusätzliche Verbots- und Hinweisschilder,
  • mehrsprachige Hinweise bereits an Grenzübergängen,
  • elektronische Textanzeigen entlang der Strecke,
  • sowie direkte Kontrollen durch Polizei und Rijkswaterstaat.


Ausdrücklich nennt Rijkswaterstaat dabei auch ausländische Fahrer. Diese können angehalten und mit einem Bußgeld belegt werden. Die Geldbuße beträgt 500 Euro, hinzu kommen die Bearbeitungskosten der niederländischen Bußgeldbehörde CJIB.

Gerade für deutsche Fahrer ist deshalb wichtig: Das Verbot sollte bereits bei der Touren- und Routenplanung berücksichtigt werden und nicht erst unmittelbar vor der Brücke.

Zusätzliche Verkehrslenkung ab 24. August


In der Woche ab dem 24. August setzt Rijkswaterstaat weitere Maßnahmen ein. An Werktagen stehen zwischen 06.00 und 22.00 Uhr Verkehrsregler im Bereich der Anschlussstelle Avelingen sowie an der Ausfahrt Werkendam.

Damit soll insbesondere verhindert werden, dass Lkw versuchen, das Verbot über das untergeordnete Straßennetz zu umgehen. Rijkswaterstaat behält sich ausdrücklich vor, diese Maßnahme bei Bedarf zu verlängern.

Diese Umleitungen gelten für den Lkw-Verkehr


Für Lastkraftwagen und Reisebusse nennt Rijkswaterstaat zwei großräumige Ausweichstrecken:

  • A15 – A16 – A59
  • A15 – A2 – A59


Für Gefahrguttransporte ist die Umleitung über die A2 vorgesehen.

Welche Strecke wirtschaftlich günstiger ist, hängt vom jeweiligen Start- und Zielpunkt ab. Sicher ist jedoch: Für viele Transporte entstehen zusätzliche Kilometer, längere Fahrzeiten und entsprechend höhere Personal-, Diesel- und Fahrzeugkosten.

Hinzu kommt, dass auch auf den Umleitungsstrecken Bauarbeiten und weitere Verkehrsbehinderungen auftreten können. Rijkswaterstaat warnt deshalb ausdrücklich vor zusätzlicher Belastung auf den Ausweichrouten.

Kein festes Ende der Lkw-Sperrung


Besonders wichtig für die Transportplanung ist der Blick in den offiziellen Verkehrsbescheid. Dort wurde bewusst kein konkretes Enddatum festgelegt.

Das Verbot gilt vielmehr so lange, wie es aus Gründen der konstruktiven Sicherheit der Brücke erforderlich ist. Damit kann derzeit niemand verbindlich sagen, ob die Sperrung noch Wochen, Monate oder möglicherweise deutlich länger bestehen bleibt.

Parallel laufen weitere Untersuchungen am Stahl und an der Tragfähigkeit der bestehenden Konstruktion.

Neue Merwedebrücke bereits im Bau


Die bestehende Merwedebrücke stammt aus den 1960er-Jahren und ist Teil eines ohnehin laufenden großen Infrastrukturprojekts an der A27. Im August 2026 hat Rijkswaterstaat mit den Gründungsarbeiten für eine neue westliche Merwedebrücke begonnen.

Die neue Brücke soll nach der aktuellen Planung im Jahr 2031 für den Verkehr freigegeben werden. Anschließend soll die heutige Merwedebrücke abgerissen und durch eine zweite neue Brücke ersetzt werden.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das aktuelle Lkw-Verbot bis 2031 bestehen bleibt. Über die Dauer der jetzigen Sperrung entscheiden die laufenden Untersuchungen und die Frage, unter welchen Bedingungen die bestehende Konstruktion weiterhin sicher genutzt werden kann.

Was deutsche Transportunternehmer jetzt beachten sollten


Für Unternehmen mit Verkehren in Richtung Rotterdam, Utrecht, Breda oder weiter in die niederländischen und belgischen Wirtschaftsregionen sollte die Sperrung fest in die Disposition aufgenommen werden.

Wichtig sind insbesondere:

  • A27-Merwedebrücke zwischen Gorinchem und Sleeuwijk nicht mit Lkw befahren,
  • Umleitung bereits bei der Tourenplanung berücksichtigen,
  • zusätzliche Fahrzeit und Kilometer kalkulieren,
  • Lenk- und Ruhezeiten entsprechend planen,
  • bei Gefahrgut die vorgeschriebene Umleitung über die A2 beachten,
  • und nicht versuchen, die Sperrstelle über örtliche Straßen zu umgehen.


Die niederländischen Behörden haben inzwischen deutlich gemacht, dass das Verbot nicht nur ausgeschildert, sondern tatsächlich kontrolliert und geahndet wird. 500 Euro Bußgeld sind ärgerlich – zusätzliche Fahrzeit und ein ungeplanter Kontrollstopp können für einen Transportbetrieb jedoch mindestens genauso problematisch sein.

Stand: 24. August 2026. Grundlage sind ausschließlich Veröffentlichungen von Rijkswaterstaat sowie der amtliche niederländische Verkehrsbescheid zur Merwedebrücke.

Gruß vom Arndt


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